Die Mauern von Kihlgren – Postproduktion – Deutschland/Italien - 70'

Ketzer, Nonkonformist, Bilderstürmer: Daniele Kihlgren ist der rebellische dritte Sohn aus einer reichen Familie italienischer Zementfabrikanten.

Ende der Neunziger Jahre fährt er auf seinem Motorrad nach Santo Stefano di Sessanio, ein mittelalterliches Dorf, zusammengedrängt auf einem Gipfel der rauen Abruzzen. Es war Liebe auf den ersten Blick.

Er spürt, dass dies der richtige Ort ist, um eine seiner alten Ideen ins Werk zu setzen: ein verfallenes mittelalterliches Dorf mit philologischer Akuratesse zu restaurieren, um aus dem ganzen Dorf ein einziges großes Hotel zu machen. Die Idee ist, mit der Landschaft Profit zu machen, indem man sie erhält statt sie – wie es in Italien nur allzu oft geschieht – zu zerstören.

Die Idee ist gut und sie trägt Früchte. Die Touristen kommen nach und nach in Strömen. Vom Enthusiasmus getragen, kauft Kihlgren Häuser in anderen ähnlichen Dörfern und zieht ein entsprechendes Projekt in Sassi di Matera auf.

Doch Danieles Temperament macht ihn eher zum Künstler als zum Unternehmer. Und eine eher unbesonnene Verwaltung im Verein mit einem geradezu wahnwitzigen Perfektionismus schafft schnell Probleme. Die Situation wird bedrohlich: Der Traum eines privaten Unternehmens zur Erhaltung von Denkmälern – das bislang ohne einen Euro aus öffentlicher Hand auskam – läuft Gefahr, an den Klippen der Schulden und Finanzkrisen zu zerschellen.

Vor der Szenerie spektakulärer italienischer Landschaften entfaltet Regisseur und Director of Photography Alessandro Soetje die symbolträchtige Erzählung von einem Mann, der, genau wie sein Land, eine tiefgründige Seele hat, aber nicht in der Lage ist, sich selbst zu lieben.